Niedersachsen klar Logo

Nicolas Büchse berichtet von seinen Begegnungen mit dem Holocaustüberlebenden Albrecht Weinberg

Der „stern“-Journalist hat ein Buch über Albrecht Weinberg geschrieben und sprach bei der Vortragsreihe des Oberlandesgerichts Celle vom Leben eines der letzten Zeitzeugen des Holocausts


Ein 97-Jähriger begibt sich auf Klassenfahrt nach Israel. Als er davon hörte, habe er sich gedacht: Diesen Menschen müsse er kennenlernen, sagt Nicolas Büchse. Er wird Albrecht Weinberg schließlich auf seiner Reise mit Schülerinnen und Schülern begleiten. Von seinen Erlebnissen und Gesprächen mit einem der letzten Zeitzeugen des Holocausts berichtete der „stern“-Journalist vergangene Woche bei der Vortragsreihe des Oberlandesgerichts Celle.

In seinem Vortrag zeichnet Nicolas Büchse das Leben Albrecht Weinbergs nach, er erzählt von einer Kindheit im ostfriesischen Leer, von der Gemeinde, in der die jüdische Familie „immer mehr Zuspruch, immer mehr Nachbarschaft“ verlor. Wie der Junge Albrecht Weinberg nicht mehr zur Schule durfte, wie er noch seine Bar Mizwa in der Synagoge von Leer feiern durfte, vom letzten Bild der Geschwister und dass Albrecht Weinberg später sagt: „Den Glauben habe ich in Auschwitz verloren.“

Nach dem Krieg wanderte Albrecht Weinberg mit seiner Schwester in die USA aus. Über ihre Erlebnisse haben sie damals nicht miteinander gesprochen, berichtet Nicolas Büchse. „Es gab keine Therapien, es gab auch kein Verständnis.“ Doch etwas anderes hat sie all die Jahre begleitet: Das Hochzeitsfoto ihrer Eltern. Es wurden nicht viele Bilder von Holocaustüberlebenden gerettet, sagt Nicolas Büchse. „Dieses Bild der Eltern ist immer mitgezogen.“

Journalist schreibt Buch über Holocaustüberlebenden

Mittlerweile ist Albrecht Weinberg 100 Jahre alt. Er spricht schon lange über den Holocaust, vor allem in Schulen, auch zusammen mit seiner ehemaligen Pflegerin und jetzigen Mitbewohnerin Gerda Dänekas. Dann könne Albrecht Weinberg häufig schlecht schlafen, sagt Nicolas Büchse. Doch er berichtet auch von der Verbundenheit mit den Schülerinnen und Schülern. Die Schule im ostfriesischen Rhauderfehn trägt mittlerweile Albrecht Weinbergs Namen. Ein großes Anliegen sei Albrecht Weinberg auch, einen Gedenkort für die Synagoge in Leer zu schaffen. „Dieser Mann, der kümmert sich noch, der nimmt noch teil“, sagt Nicolas Büchse.

Bei der Klassenfahrt nach Israel ist es für Nicolas Büchse und Albrecht Weinberg nicht geblieben. Der Journalist hat ein ganzes Buch mit dem Titel „Damit die Erinnerung nicht verblasst wie die Nummer auf meinem Arm“ über Albrecht Weinberg geschrieben. „Das war auch der Antrieb für das Buch, um die Geschichte von Albrecht möglichst vielen zu erzählen.“


Ansprechpartnerin zu dieser Mitteilung:


Alina Stillahn

- Pressereferentin und stellvertretende Pressesprecherin -

Tel.: 05141 206165



Tragen Sie sich in unsere Abonnentenliste ein, wenn Sie diesen Newsletter künftig per E-Mail erhalten möchten.


* Pflichtfeld
  Bildrechte: OLG Celle

Der Journalist Nicolas Büchse bei der Vortragsreihe des Oberlandesgerichts Celle

Artikel-Informationen

erstellt am:
18.12.2025

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln